Mittwoch, 14 Mai 2014 17:28

Freie Wähler Köln und Bürgerliste Leverkusen fordern Bürgerbeteiligung beim Neubau der A 1 Rheinquerung (Leverkusener Brücke)

In einer gut besuchten Bürgerversammlung im Schützenhaus Merkenich stellten Prof. Dr. Bernhard Steinauer (TH Aachen) und Dr. Ing. Ulrich Rehm (Tunneling Consult GmbH) Alternativen zum geplanten Neubau der Leverkusener Autobahnbrücke vor.

Gemeinsam eingeladen hatten die Freien Wähler Köln und die Bürgerliste Leverkusen.
Steinauer erläuterte zunächst die vom Land geplante Doppelbrücke, die auf 8 Spuren plus Standspur ausgebaut werden soll. Der Neubau wird zu erheblichen Belastungen der Anwohner mit Feinstäuben und Schwermetallen führen. "Aus diesem Grund hat man im europäischen Ausland in vielen Fällen Tunnel als Alternativen zu Brückenbauwerken gebaut; z. B. in Madrid. Die Umweltbelastungen werden durch Filteranlagen dabei auf ein Minimum reduziert", erklärte Steinauer. Nach seiner Meinung müsse man die volkswirtschaftliche Belastung durch durch die Gesundheitsschäden, die eine Brücke dieser Größenordnung verursacht, den höheren Baukosten einer Tunnellösung gegenüber stellen. Zu diesem Zweck bedürfe es einer "genauen Kostenrechnung und Gegenüberstellung, um eine optimale Entscheidungsfindung zu ermöglichen."

Rehm stellte die technische Realisierung von Tunnelröhren vor, die üblicher Weise mit riesigen Erdbohrern im unterirdischen Schildvortrieb gebaut werden. Er beantwortete Fragen der Besucher, so zur Giftmülldeponie als eventuelles Hindernis für einen Tunnel auf der Leverkusener Rheinseite: "Diese würden wir nicht anbohren können, vorhandene Stahlspundwände lassen das nicht zu. Eine derartige Deponie muss umgangen werden, was durch die Begradigung der derzeitigen Autobahn-Streckenführung ohne weiteres möglich ist." Eine spätere Belastung der Häuser durch Erschütterungen bei neuer Streckenführung hielt er für ausgeschlossen, da die Tunnelrohre in mehr als 40 - 50 m Tiefe verlegt würden.

Andreas Henseler, Ratsmitglied der Freien Wähler Köln, trug die Antwort der Kölner Verwaltung auf eine Anfrage der Freien Wähler vor. Dort hieß es: "Eine Tunnellösung wird seitens Straßen NRW in den Abwägungsprozess mit einbezogen. Nach derzeitigem Stand der Planung scheidet jedoch ein Tunnel unter dem Rhein als Ausbauvariante aus."
Henseler sagte: "Diese Antwort ist eine Unverschämtheit. Wir müssen Köln, Leverkusen und das Land NRW dazu bringen, die Alternativen Brücke oder Tunnel in der Bürgerbeteiligung gegenüber zu stellen und mit Zahlen zu hinterlegen."

Erhard T. Schoofs, Fraktionschef der Bürgerliste im Leverkusener Rat, ergänzte: "Die Städte müssen die Interessen der Bürger vertreten. Was in Madrid geht, muss auch in Deutschland möglich sein. Wir werden nicht eher ruhen, bis die Zahlen auf dem Tisch liegen."

 

gez. Andreas Henseler

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 14 Mai 2014 17:37
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen