Dienstag, 28 September 2010 16:42

26.09.2010 Vorgehensweise bei Bränden von Photovoltaikanlagen

 

Vorgehensweise  bei Bränden von Photovoltaikanlagen

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

wir bitten Sie folgende Anfrage auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung zu setzen:

 
Das Thema, dass Solardächer bei einem Brand höchst gefährlich sind, ist seit längerem bekannt, da die Module weiterhin Strom produzieren und es kein Not-Aus gibt. Die Anlage und ihre Zuleitungen stehen selbst nach Abschaltung vom Netz weiterhin unter hoher Spannung. Auftretende Atemgifte und herabfallende Splitter von berstenden Solarmodulen haben die Feuerwehrleute rasch im Griff. Ein Wasserstrahl aus kurzer Entfernung kann allerdings einen Stromkreis schließen, da viele neue Systeme geerdet sind. Da reicht der Kontakt mit einem spannungsführenden Leiter um Körperströme fließen zu lassen. So erlitt ein Feuerwehrmann u. a. 2009 in Rösrath beim Löschen einer PV-Anlage einen schweren Stromschlag. In der Tat ist die Nichtabschaltbarkeit  ein zentrales, bundesweites Problem. Ein sicheres Arbeiten beim Löschen in Verbindung mit einer PV-Anlage ist nach heutigen Aussagen von Brandexperten ausgeschlossen. So passiert es, dass die Feuerwehr einen einfachen Zimmerbrand nicht löschen kann und ein ganzes Haus aufgeben muss. Technische Normen oder Richtlinien existieren noch nicht. Also müssen sich die Feuerwehren auf solaren Dauerstrom im Brandfalle einstellen.
Allein  die stadtnahe Wohnungsbaugesellschaft GAG hat in den letzten Jahren weit über 100 Solaranlagen mit eine Einspeiseleistung von mehr als 2 Megawatt auf den Dächern ihrer Häuser installiert hat. Die LEG/ASG verfügt in Bocklemünd allein über 33 Gebäude mit einer Photovoltaikfläche von 1.500 m² Solarmodule, die u. a. als vorgehängte Fassade vor den Balkonen montiert ist. Dadurch könnten im Brandfall die  Fluchtwege beeinträchtigen werden.

Daraus ergeben sich folgende Fragen:

1. Ist das generelle Problem der zusätzlichen Gefährdung im Brandfall durch Solaranlagen dem Bauausschuss und der Verwaltung (Gebäudewirtschaft) bekannt und wie treten diese dem entgegen?

2. Kann die Verwaltung eine Gebäudeliste städtischer und stadtnaher Unternehmen und ihren Tochtergesellschaften vorlegen, die über eine gebäudeseitige PV-Anlage verfügen und wenn ja, ist diese der Feuerwehr bekannt?

3. Es gibt bislang keine normierte Vorgehensweise im Brandfalle, respektive Not-Aus Schaltung. Welche konkreten Maßnahmen sind derzeit seitens der Feuerwehr geplant, um derartige Brände zu bekämpfen?

4. Ist geplant - ähnlich der Nachrüstungspflicht bei Feuerleitern -  zur Vermeidung von Gefährdungen durch PV-Anlagen eine Prüfung und Nachrüstung verpflichtend zu machen? Wenn ja, wie sieht die Vorgehensweise aus?
 
Mit freundlichen Grüßen

Klaus Hoffmann

Letzte Änderung am Samstag, 05 Mai 2012 17:48
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