Freitag, 17 Januar 2014 17:24

Redebeitrag der Freien Wähler zum bevorstehenden Verkehrskollaps im Kölner Süden

Andreas Henseler (Freie Wähler Köln): Frau Bürgermeisterin! Meine Damen und Herren! An dieser Stelle haben wir es mit einem Problemkomplex zu tun, den wir hier noch einmal verhandeln sollten, auch wenn es schon ziemlich spät ist. Jedenfalls werde ich jetzt in der gebotenen Kürze vier Punkte noch einmal zu Protokoll geben, weil es im Kölner Süden dann, wenn die Nord-Süd-Stadtbahn so gebaut wird, wie es in der 3. Baustufe geplant ist, zum Verkehrskollaps kommt. Das sehen übrigens nicht nur die Freien Wähler so, sondern auch insgesamt elf Bürgervereine und  initiativen; ich gehe davon aus, dass die CDU nachher Ähnliches vortragen wird. Dieser Verkehrskollaps hat vier Ursachen.

Erstens. Auf der Rheinuferstraße haben wir das Problem der ebenerdigen Querung. Ich will das nicht lange ausführen. Wenn es dort einen Fünfminutentakt der Linien 16 und 17 gibt, entsteht stadtauswärts ein Stau bis nach Rodenkirchen. Unseres Erachtens kann man das noch verhindern, wenn man rechtzeitig gegensteuert und Maßnahmen ergreift. Allerdings bestehen hier offensichtlich auch innerhalb der Mehrheitsfraktionen unterschiedliche Auffassungen. Die SPD-Fraktion hat zumindest dafür gesorgt, dass Vorkehrungen für eine unterirdische Querung an der Südbrücke geschaffen worden sind. Dass diese jetzt kräftig verbuddelt werden, spricht zwar jeder logischen Vorgehensweise Hohn; es ist aber leider so. Trotzdem muss man hier ansprechen, dass es gut wäre, wenn sich der Rat an dieser Stelle zu einer anderen Auffassung durchringen könnte.

Zweitens. Wie von allen Beteiligten immer wieder reklamiert wird, gibt es keine zweispurige Führung der Bonner Straße zwischen dem Gürtel und der Schönhauser Straße. Wenn Sie hier eine einspurige Verkehrsführung realisieren, wie Sie das jetzt vorhaben, machen Sie bei dem gleichzeitigen Problem auf der Rheinuferstraße das Chaos an dieser Stelle komplett; denn der Verkehr wird sich naturnotwendig   schließlich verschwindet er nicht einfach; man kann ihn ja nicht wegdiskutieren   in die Wohnviertel ergießen, meine Damen und Herren. Das wird noch dadurch verstärkt, dass es in Richtung der zweispurigen Vorgebirgsstraße auch keinerlei Möglichkeit gibt. Das heißt, dass Sie systematisch alle Möglichkeiten verstopfen, die Innenstadt vom Kölner Süden aus zu erreichen. Damit kann man sich nicht abfinden.

Drittens. Zur Situation am Bonner Verteiler habe ich heute noch eine E Mail erhalten. Daraus will ich hier zitieren, obwohl es spät ist, meine Damen und Herren; denn es gibt Überlegungen von Straßen.NRW, die Situation dort zu untersuchen und gegebenenfalls in Abstimmung mit der Stadt zu einer Ertüchtigung dieses Verteilerkreises zu kommen. Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wohnungsfürsorge Heidekaul hat mir heute geschrieben:

Obwohl die Stausituation am Autobahnkreuz Köln-Süd einschließlich des Verteilerkreises durch Straßen.NRW in Kürze untersucht werden soll, schafft die Stadt Köln mit den jetzt vorgesehenen Baupositionen der P+R-Palette Standort D, Heidekaul, und der Endhaltestelle Variante 1 b Fakten, die eine zukünftige Verkehrsertüchtigung erheblich einschränken bzw. verteuern.

Meine Damen und Herren, das ist die Situation. Noch kann man da etwas ändern. Man muss nur den Willen haben, die Dinge noch einmal ein Stück weit zu überprüfen.

Viertens. Vor diesem Hintergrund besteht auch die Forderung nach einem durchgängigen Verkehrskonzept für den Kölner Süden, das es nach Aussagen der Verwaltung im Verkehrsausschuss nicht gibt. Diese Forderung soll ja auch noch einmal erhoben werden.

Sie können davon ausgehen, dass sich die Vereine   wir haben heute schon über Bürgerbeteiligung und Alternativvorschläge gesprochen   und die Bewohner im Kölner Süden mit dieser Situation nicht abfinden werden.

(Peter Kron [SPD]: Alle?)

Nicht alle. Ich weiß, dass immer mit diesem Punkt argumentiert wird. Sie sollten aber nicht die Tatsache unterschätzen, dass sich immerhin elf Vereine  das hat es, seit ich die Kommunalpolitik im Kölner Süden kenne, noch nie gegeben unisono mit gemeinsamen Forderungen an den Rat und den Oberbürgermeister gewandt haben.

Darüber vonseiten des Rates einfach so hinwegzugehen, halte ich auch mit Blick auf die Kommunalwahl schon für einigermaßen robust.  Vielen Dank dafür, dass Sie mir Ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben, obwohl es schon so spät ist.

Letzte Änderung am Mittwoch, 05 Februar 2014 18:09
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