Donnerstag, 28 Juli 2011 16:01

20.12.2011 Geplanter Hubschrauberlandeplatz auf dem Kalkberg

 Gegen den Willen der anwohnenden Bevölkerung in Buchforst und Kalk soll auf einer ehemaligen Chemiemülldeponie, dem sogenannten „Kalkberg“, eine Basisstation für einen Luftrettungshubschrauber errichtet werden. Auf der Deponie lagern bis zur 35 m Höhe Bodenabtragungen (Asche, Schlacken, Kalzium- und Sodaschlämme, usw.) aus dem Bereich der ehemaligen Chemischen Fabrik Kalk, von denen nach Angaben der Verwaltung (Mitteilung BV Kalk) Grundwasserbelastungen ausgehen: „In der Vergangenheit wurden Grundwasserbelastungen im Umfeld des Kalkberges festgestellt, die zum großen Teil auf den Kalkberg zurückgehen. Aktuelle Untersuchungsergebnisse belegen im Abstrom des Kalkberges eine relevante Cyanidbelastung des Grundwassers bis zum Pfälzischen Ring“. (KStA 29.11.2011)

 

Für den Leiter des Umweltamtes, Prof. Drösemeier, gehen jedoch vom Kalkberg gemäß einem TÜV-Gutachtens keine Umweltgefahren aus. Trotzdem müsse man die Cyanidbelastungen langfristig beobachten und die Eigentümerin GSE werde ein Sanierungskonzept entwickeln (KStA 29.11.2011). Die Ursachenermittlung dauere zwischen 2 und 5 Jahren und kostet 30.000 Euro. Zusätzlich müssen in den kommenden 20 Jahren Grundwasseruntersuchungen gemacht werden, für die 50.000 Euro veranschlagt werden.

 

Das Grundstück gehört der GSE, deren Geschäftsführer Hans Georg Engel mit der Verwaltung Verkaufsverhandlungen führt. Die Stadt will das Grundstück kaufen, obwohl der Leiter des RPA, Hans-Jochen Hemsing, nach Angaben des KStA erklärt: „Das Risiko, welches mit dem Kauf auf Dauer übernommen wird, ist nicht sicher kalkulierbar“.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

  1. Hat die Verwaltung die Verbringung des Bodenaushubs aus dem ehemaligen CFK-Gelände genehmigt und die Einhaltung ihrer Vorgaben – z.B. für die bergrechtliche Genehmigung – überwacht?
  2. Welche Gesellschafter sind an dem Unternehmen derzeit und waren zum Zeitpunkt der Verbringung des CFK-Aushubs auf den Kalkberg beteiligt?
  3. Welcher Natur sind die vom Kalkberg ausgehenden Grundwasserbelastungen und wie beurteilt die Verwaltung die mit ihnen verbundenen aktuellen und zukünftigen Gefährdungen?
  4. Hat die derzeitige Grundstückseigentümerin inzwischen ein Sanierungskonzept vorgelegt und wie wird dieses von der Verwaltung beurteilt?

5.    Prüft die Verwaltung angesichts der mit dem Grundstück verbundenen Risiken erneut einen alternativen Standort für die Hubschrauberlandestation?

Mit freundlichen Grüßen

gez. Klaus Hoffmann

 

Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung
Rat 0.12.2011

 

Geplanter Hubschrauberlandeplatz auf dem Kalkberg - Anfrage der Freien Wähler Köln zur Sitzung des Rates am 20.12.2011
In der Anfrage wird kritisiert, dass die Stadt Köln das Grundstück Kalkberg kaufen wolle, ob-wohl der Leiter des RPA, Hans-Jochen Hemsing, nach Angaben des KStA erklärt: „Das Risi-ko, welches mit dem Kauf auf Dauer übernommen wird, ist nicht sicher kalkulierbar’.“
Das Zitat stammt aus der Stellungnahme des Rechnungsprüfungsamtes vom 28.10.2011 (KOB 2011/1700, siehe Anlage 13 der Beschlussvorlage 4300/2011, Seite 3, 2. Absatz).
In diesem Zusammenhang weist die Verwaltung auch auf weitere Festlegungen mit dem Rechnungsprüfungsamt hin. So wird auf Seite 3 im 3. Absatz der Stellungnahme festgestellt: „Der Stadt wird nach Fertigstellung der Hubschrauberbetriebsstation keine Alternative zum Ankauf des Grundstückes verbleiben.“

 

Frage 1:
Hat die Verwaltung die Verbringung des Bodenaushubs aus dem ehemaligen CFK-Gelände genehmigt und die Einhaltung ihrer Vorgaben – z.B. für die bergrechtliche Genehmigung – überwacht?
Antwort zu Frage 1:
Die Verbringung von Bodenaushub aus dem ehemaligen CFK-Gelände auf den Kalkberg wurde durch einen Sanierungsvertrag von 1999 zwischen der GSE und der Stadt Köln ge-nehmigt. Die Arbeiten wurden durch einen Fachgutachter begleitet und von der Unteren Bo-denschutzbehörde der Stadt Köln überwacht.

 

Frage 2:
Welche Gesellschafter sind an dem Unternehmen derzeit und waren zum Zeitpunkt der Verbringung des CFK-Aushubs auf den Kalkberg beteiligt?
Antwort zu Frage 2:
Eigentümer ist aktuell die GSE Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. Kommanditgesellschaft
Persönlich haftender Gesellschafter: GSE Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Köln (AG Köln HRB28154)
Kommanditist: Engel Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH & Co.KG, Köln (Köln HRA 26235)
S RheinEstate Grundbesitz GmbH & Co. KG, Köln (AG Köln HRA 11663)
GEG Grundstücksentwicklungsgesellschaft H. H. Göttsch KG, Köln (AG Köln 13818)
Welche Gesellschaft zum Zeitpunkt der Aufschüttung Eigentümer war, ist der Verwaltung nicht bekannt.

 

Frage 3:
Welcher Natur sind die vom Kalkberg ausgehenden Grundwasserbelastungen und wie beur-teilt die Verwaltung die mit ihnen verbundenen aktuellen und zukünftigen Gefährdungen?
Antwort zu Frage 3: Das Grundwasser im Abstrom des Kalkberges ist durch Cyanide belastet.
Die Cyanid-Belastungen betreffen das Grundwasser, das sich im Umfeld des Kalkberges in ca. 8m Tiefe befindet. Somit ist ein Kontakt von Menschen aber auch von Pflanzen und Bäumen mit dem Grundwasser ausgeschlossen. Der Kalkberg und seine Umgebung liegen nicht in einer Wasserschutzzone. Die Trinkwassergewinnungsanlagen liegen weit entfernt. Private Grundwasserbrunnen in der Region sind nicht bekannt. Die Kleingärtner zwischen Eisenbahn und Pfälzischem Ring wurden dahingehend befragt.

 

Frage 4:
Hat die derzeitige Grundstückseigentümerin inzwischen ein Sanierungskonzept vorgelegt und wie wird dieses von der Verwaltung beurteilt?
Antwort zu Frage 4:
Die Vorlage eines Sanierungskonzeptes ist zum derzeitigen Kenntnisstand nicht angezeigt. Vor einer Entscheidung über das Erfordernis einer Sanierung sind weitere umfangreiche Un-tersuchungen des Bodens und des Grundwassers erforderlich. Hierzu wurde vom Grund-stückeigentümer ein Konzept zugesagt, das noch in diesem Jahr erwartet wird.

 

Frage 5:
Prüft die Verwaltung angesichts der mit dem Grundstück verbundenen Risiken erneut einen alternativen Standort für die Hubschrauberlandestation?
Antwort zu Frage 5:
Bereits zur ersten Ratsentscheidung am 05.07.2005 wurden 23 Alternativstandorte für die geplante Rettungshubschrauberstation betrachtet und in einer Entscheidungsmatrix bewer-tet. Im weiteren Verlauf kamen zusätzliche Standorte hinzu, z.B. im Rahmen des Mediations-verfahrens, auf Anregung der Bürgerinitiativen sowie der Verwaltung aber auch aufgrund der Bürgerinformationsveranstaltung am 28.11.2011. In der Summe sind 40 Standorte bewertet worden (Stand Dezember 2011).


Als Ergebnis bleibt auch heute festzuhalten, dass mit der endgültigen Absage des Flughafen Köln/Bonn zur dauerhaften Stationierung am 01.06.2011 die letzte Alternative zum Kalkberg entfällt.
Die sogenannten „Risiken“, die sich aus der Altlastensituation bzw. der Grundwasserbelas-tung mit Zyaniden ergeben, gefährden weder die Planung noch den Bau und den Betrieb der Rettungshubschrauberstation. Dies wird sowohl vom Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln als auch der DMT im Gutachten vom 02.12.2011 bestätigt.
gez. Roters

Letzte Änderung am Donnerstag, 13 Dezember 2012 12:24
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