Freitag, 17 Dezember 2010 17:40

06.07.11 Änderungsantrag zur Verwaltungsvorlage „Archäologische Zone/Jüdisches Museum"

 

Änderungsantrag zur Verwaltungsvorlage „Archäologische Zone/Jüdisches Museum


die Freien Wähler Köln beantragen, die Vorlage durch folgenden Beschluss zu ersetzen:

1.    Die bisherigen Planungen für das „Haus und Museum der jüdischen Kultur“ auf der Grundlage des
       Wettbewerbsergebnisses sind einzustellen.

2.    Die „Archäologische Zone“ wird im Rahmen der von der „Regionale 2010“ zertifizierten

       Entwurfsplanung eigenständig mit der Maßgabe fortgeführt, dass der ursprüngliche Kostendeckel

       in Höhe von 20 Mio. Euro nicht überschritten wird.

3.    Die dazu notwendigen Umplanungen sind in Abstimmung mit dem Land NRW so vorzunehmen, dass
       notwendige Schutzbauten auf ein Minimum reduziert, möglichst klein gehalten und an die

      Topographie der Oberfläche des Rathausplatzes angepasst werden.

4.    Eine Erschließung der unter der Platzoberfläche liegenden Denkmäler soll über das

       historische Rathaus (Band-Anbau) erfolgen. Deren Sichtbarkeit für Passanten auf der

       Platzoberfläche soll durch das Sonnenlicht polarisierende Glasböden erreicht werden. Diese sollen

       so in die Topographie des Platzes eingefasst werden, dass die Grundrisse des ehemaligen

       jüdischen Viertels erfahrbar werden.

5.    Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, in wie weit eine kostengünstige Variante eines „Hauses und
       Museums der jüdischen Kultur“ mit reduziertem Raumprogramm entweder im Band-Anbau des

       Rathauses oder im Tiefgeschoss des geplanten WRM-Erweiterungsbaus auf dem Kutz-Gelände

       realisierbar ist.


Begründung:

Die bisherige Strategie zur Realisierung der Projekte „Archäologische Zone“ und  „Haus und Museum der jüdischen Kultur“ ist gescheitert. Aus dem ursprünglichen Plan, das „Haus und Museum der jüdischen Kultur“ über einen Förderverein ohne Beteiligung der Stadt zu finanzieren, ist eine Verwaltungsvorlage für einen Bau unter städtischer Eigenverantwortung in Höhe von 58 Mio. Euro entstanden.

Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass andere städtische Bauprojekte aus dem Bereich Kultur und Stadtgestaltung ihren avisierten Kostenrahmen bereits vor dem Eintritt in die Realisierungsphase sprengen.

Allein beim „Rheinboulevard“, ursprünglich mit 12 Mio. Euro veranschlagt, haben sich in seiner teuersten Variante die Baukosten auf 23,7 Mio. Euro nahezu verdoppelt. Nun wird ernsthaft erwogen, den Kernbestandteil der ursprünglichen Planung, eine Treppe, einzusparen.

Darüber hinaus sind die Sanierungskosten der Flora, ursprünglich mit 22 Mio. Euro veranschlagt, über einen Zwischenschritt von 27 Mio. Euro inzwischen bei 36 Mio. Euro angelangt. Bis zu einer Verdoppelung der anfangs veranschlagten Mittel ist es nicht mehr weit!

Was dies für die Generalsanierung von Oper und Schauspiel, den Neubau des Historischen Archivs und den Erweiterungsbau des WRM auf dem Kutz-Gelände bedeutet, liegt auf der Hand.
Mit Blick darauf verbietet es sich, die vorgenannte Verwaltungsvorlage in Einzelpunkten zu modifizieren. Ein Neustart für die Projekte „Archäologische Zone“ und „Haus und Museum für Jüdische Kultur“ ist daher dringend notwendig.


Mit freundlichen Grüßen

gez. Klaus Hoffmann

 

Letzte Änderung am Samstag, 05 Mai 2012 17:48
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