Freitag, 13 März 2009 00:28

12.03.2009 Verkauf des ehemaligen Rautenstrauch-Joest-Museum-Gebäudes am Ubierring (ehem. Kammerspie

 

An den
Vorsitzenden des
Rates


Herrn
Oberbürgermeister Fritz Schramma

 

 

Eingang beim Amt des Oberbürgermeisters:
AN/0489/2009


Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates


Gremium Rat

 

 

Verkauf des ehemaligen Rautenstrauch-Joest-Museum-Gebäudes am Ubierring (ehem. Kammerspiele)

 


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,


das Kölner Bürger Bündnis bittet Sie, den nachstehenden Antrag auf die Tagesordnung der kommenden Ratssitzung zu setzen:


Einleitung:


In einer Zeit, in der die jährlichen Folgekosten für das neue Kulturzentrum am Neumarkt (Rautenstrauch-Joest-Museum, Museum Schnütgen, VHS) noch nicht genau feststehen und ein „Haus der Kulturen“ nach Berliner Vorbild geplant wird, dessen nötige Investitionsmittel ebenfalls genau so unbekannt sind wie seine Folgekosten, ist um die Nachnutzung des alten Rautenstrauch-Joest-Museum-Gebäudes ein öffentlicher Streit entbrannt. Zwei konkurrierende Projekte, das „Zentrum für Musik und Tanz“ der Rheinischen Musikschule und das „Zentrum für Kino- und Medienkultur“ (Luxet-Konzept) eines privaten Initiatorenkreises haben eines gemeinsam: Sie sind bei den Investitionskosten einmalig und den Folgekosten dauerhaft auf städtische Haushaltsmittel angewiesen. Vor diesem Hintergrund stellen die Freien Wähler folgenden Antrag.


Der Rat möge beschließen:


Beschluss:


1. Die Verwaltung wird beauftragt, das Gebäude des ehemaligen Rautenstrauch-Joest- Museums (ehemals Kammerspiele) am Ubierring an einen Investor zu verkaufen.

 

2. Eventuelle Auflagen des Stiftungsvertrages mit der Familie von Rautenstrauch, die einem Verkauf entgegenstehen könnten, sind im Kontext der Verlagerung des Museums an den Neumarkt einer einvernehmlichen Lösung zuzuführen. Diese könnte z.B. in einer ganz oder teilweise möglichen kulturellen oder gemeinnützigen Nutzung des Gebäudekomplexes am Ubierring bestehen.

 

3. Zu den denkbaren Investoren gehört auch das Land NRW, das für Teile des Ingenieurwissenschaftlichen Zentrums in Deutz hier am Ubierring einen neuen Standort finden könnte. So entstünde eine Campus-Situation für die Fachhochschule in der Südstadt und gleichzeitig könnte der Standort Deutz im Betrieb saniert werden und als Standort erhalten bleiben.


Begründung:


Die Rheinische Musikschule, deren Arbeit anerkannt und unterstützt wird, benötigt als von der Stadt getragene Musikschule kein so aufwendiges zentrales Gebäude. Sie kann ohne weiteres in Verfolgung ihres dezentralen Konzeptes vorhandenen oder freiwerdenden Schulraum nutzen. Nach der vom damaligen Schuldezernenten Andreas Henseler betriebenen erfolgreichen Überführung des „Instituts für Bühnentanz“ an die Musikhochschule des Landes NRW wäre es geradezu widersinnig, erneut eine Tanzsparte zu eröffnen und damit den städtischen Haushalt zu belasten. Die Musikschule sollte sich auf Landesprogramme wie „Jedes Kind lernt ein Instrument“ konzentrieren. Dieses Landesprogramm könnte in Köln insbesondere an Schulen in benachteiligten Stadtteilen umgesetzt werden. Mit derartigen Projekten wird die musische Bildung in der Stadt besser gefördert als durch die Entwicklung und den Betrieb eines großen Gebäudekomplexes.


Das „Luxet-Konzept“ vereinigt in einem umfangreichen Papier die üblichen Muster des Förderdesigns der 90er Jahre, die im Media-Park und an anderer Stelle gescheitert sind. Unter der immer neuen Fahne der notwendigen „Medienbildung für die Jugend“ werden letztlich subventionierte Räume geschaffen, die unmittelbar benachbarten privaten Veranstaltungsträgern Konkurrenz machen. Im übrigen ist „Luxet“ mit seiner „begeisternden Vision“ nach eigenen Aussagen nicht auf Köln angewiesen und kann „in einer anderen deutschen Stadt“
realisiert werden.


gez. Dr. Martin Müser

Letzte Änderung am Samstag, 05 Mai 2012 17:48
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen