Freitag, 19 September 2008 14:19

Stifter und Mäzene

 

An den

Vorsitzenden des
Rates


Herrn
Oberbürgermeister Fritz Schramma


Eingang beim Amt des Oberbürgermeisters:


AN/1927/2008


Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates

 


Gremium

Rat


Stifter und Mäzene


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

 

 

das Kölner Bürger Bündnis bittet Sie, folgende Anfrage in die Tagesordnung der kommenden Ratssitzung aufzunehmen:


Es ist guter Brauch in deutschen Städten und Gemeinden, auf ihre Unterstützer Stolz zu sein.


So heißt es bspw. im Hamburger Abendblatt vom 03.09.03:


„Im Jahr 2003 werden in Hamburg 863 Stiftungen bürgerlichen Rechts gezählt (zum Vergleich, München hat 515, Berlin 452), das heißt, auf 100 000 Einwohner kommen knapp 50 Stiftungen. Mehr als 50 neue Stiftungen kommen jährlich in unserer Stadt hinzu".


Oder:


Im Manager-Magazin vom 03.10.07: „Gemeint sind Mäzene wie etwa Helmut und Hannelore Greve. Der Bauunternehmer und seine Frau haben in den vergangenen Jahren unzählige Projekte finanziert: 30 Millionen Euro für das Konzerthaus in der Speicherstadt, rund 35 Millionen für die Flügelbauten der Uni und über 15 Millionen für die Musikhochschule“.


Vergleicht man das Stiftungswesen in deutschen Großstädten, so fällt Köln im Städteranking nach Stiftungsdichte pro Einwohner nicht in die TOP 30. Nachbarstädte wie Bonn und Düsseldorf haben bspw. weitaus mehr Stiftungen. Spätestens mit dem Artikel im KSTA (09.09.08 S. 24: „Mit Herz und Seele“) entsteht der Eindruck, die Stadtverwaltung und Politikspitze Kölns wüssten die Verbundenheit und das daraus erwachsende finanzielle Engagement von den o. a. Bürgern speziell hier in Köln, nicht zu würdigen. Dies könnte möglicherweise eine Ursache für die vergleichsweise geringe Anzahl von Stiftungen in Köln sein. Da sich eine solche Aufgabe nicht institutionalisieren lässt, sondern deren Wahrnehmung zum Selbstverständnis der Stadtspitze (Stadtvorstand/Politikspitzen) gehört, ist es angebracht nach innen und nach außen deutlich zu machen, was im Einzelnen unternommen wird, um der anspruchsvollen Aufgabe, das Mäzenatentum einer europäischen Metropole zu befördern, gerecht zu werden.


Daraus ergeben sich folgende Fragen (bzgl. Engagements > 500 T€):


1. Wie viele und in welchem Umfang sind derzeit (Kölner) Stifter und Mäzene in Köln aktiv?


2. In welchem Umfang gibt es Unterstützungszusagen an die Stadt Köln bzw. deren Institutionen, von Stiftungen und Mäzene, die unter einem bisher nicht erfüllten Vorbehalt stehen, bzw. in wie weit wurden Unterstützungen bereits geleistet, für die Zusagen noch nicht erfüllt wurden?


3. In welchem Umfang wurden in den letzten 10 Jahren Unterstützungszusagen an die Stadt bzw. deren Institutionen zurückgezogen?


4. Welche Aktivitäten, konzeptionelle oder systematische Maßnahmen hat die Verwaltung in den letzten 10 Jahren ergriffen hat, um Mäzene und Stifter für Köln zu gewinnen bzw. an Köln zu binden?


5. Welche weitergehenden kommunalen Aktivitäten sieht die Verwaltung möglicherweise als ursächlich dafür an, dass in anderen Städten das Stiftertum weiter verbreitet ist als in Köln? Gibt es hierzu Nachfragen/Gedankenaustausch etc. mit diesen Städten?

 


Mit freundlichen Grüßen

 

gez. Dr. Martin Müser

Letzte Änderung am Samstag, 05 Mai 2012 17:48
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen