Montag, 04 August 2008 19:56

Änderungsantrag zum Dringlichkeitsantrag von SPD/GRÜNE/FDP zur Bebauung des Rathausplatzes

Änderungsantrag zum Dringlichkeitsantrag von SPD/GRÜNE/FDP zur Bebauung des Rathausplatzes im Hauptausschuß am 04.08.2008

 

Herrn                                                                                    04. August 2008
Oberbürgermeister Schramma


Änderungsantrag zum Dringlichkeitsantrag gemäß § 12 der Geschäftsordnung des Rates
(AN/1454/2008)

Rahmenbedingungen für die Realisierung der Archäologischen Zone und des Hauses und Museums der Jüdischen Kultur

 

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,


ich bitte Sie, den obengenannten Dringlichkeitsantrag vor der Schlussabstimmung in folgenden Punkten zu ändern und darüber eine Einzelabstimmung vorzunehmen:


1. Die Ziffer 3. des Antrages wird durch folgenden Text ersetzt:
„Der Rathausvorplatz ist von einer zusätzlichen Bebauung nach der Durchführung des Regionale-2010-Projektes durch ein Haus und Museum der Jüdischen Kultur (Jüdisches Museum) freizustellen.
Das Projekt Archäologische Zone soll vom Vorhaben des Jüdischen Museums zeitlich abgekoppelt werden, ohne dass der inhaltliche Zusammenhang der beiden Projekte verloren geht.


Dabei muss die Planung für die Archäologische Zone so angepasst werden, dass Zugänge vom nachstehend beschriebenen Standort des Jüdischen Museums zu den als Bodendenkmälern erhalten gebliebenen historischen Sakralbauten Mikwe und Synagoge unterirdisch erfolgen und so für Besucher erschlossen werden. Museum und Bodendenkmäler bilden so im Zustand ihres Endausbaus einen Zusammenhang mit einer sowohl ober- als auch unterirdischen Besucherführung.

Das Jüdische Museum selbst soll in den an die Judengasse angrenzenden von Karl Band errichteten Flügel des Rathauses integriert werden. Dieser ist südlich der Bronzewand von Ernst Wille gegebenenfalls aufzustocken und in seinem Innenausbau für Museumsbedürfnisse umzugestalten.
Eine Verbindung zum vorgesehenen Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Kaufhauses Kutz kann dabei sinnvoll sein. Dabei müssen sich die Neugestaltung des Bandanbaus und die Bebauung des Kutz-Geländes so in die Fassung der bestehenden Platzfläche einfügen, dass sie mit dem Wallraf-Richartz-Museum ein zusammenhängendes städtebauliches Ensemble bilden. Dieses muss in Verbindung mit einer funktionalen Neugliederung der Platztopographie die Chance zur Erhaltung und Weiterentwicklung eines einzigartigen Stadtraumes an der Via Culturalis eröffnen. Es soll dabei möglichst auf voluminöse Schutzräume verzichtet und geprüft werden, in wie weit mit transparenten begehbaren Glasflächen aus Sonnenlicht polarisierendem Glas eine Sicht auf die Bodendenkmäler von der Platzfläche möglich ist.

Die Schnittstelle zwischen den beiden Projekten Archäologische Zone und Jüdisches Museum muss so beschaffen sein, dass der Museumsbau später mit dem Zugang zu den Bodendenkmälern verbunden werden kann; aber auch ein eigenständiger Betrieb der Archäologischen Zone erreicht wird.

Seine Realisierung sollte dann in Angriff genommen werden, wenn der Förderverein durch belastbare Bürgschaften und Patronatserklärungen nachweist, dass er Errichtung und Betrieb des Museums gewährleisten kann.“


2. Die Punkte 7 bis 13 des Antrages werden gestrichen.


Begründung:


Nachdem der Rat es abgelehnt hat, in den Auslobungstext des Architektenwettbewerbs eine Variante aufzunehmen, die einen Erhalt der Platzfläche ermöglicht hätte, ist nun das eingetreten, was das Kölner Bürger Bündnis durch seine sowohl in den Ausschüssen als auch im Rat gestellten Änderungsanträge vermeiden wollte: Die Kölnerinnen und Kölner lehnen bis auf eine kleine Minderheit das Ergebnis des Wettbewerbs ab.
Statt daraus die nötigen Konsequenzen zu ziehen, wird im Dringlichkeitsantrag von SPD, GRÜNEN und FDP wieder ein Sachzwang konstruiert, der eine Lösung unter Erhalt der Platzfläche, wie von einer Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger gewünscht (dies belegen alle Umfragen), ausschließt.
Es ist nicht wahr, dass nach einer Umsetzung des Projektes Archäologische Zone, eine Erhaltung des Platzes, wie in der Begründung des Dringlichkeitsantrages ausgeführt, ausgeschlossen ist. Dabei behauptet niemand, dass sein alter Zustand vor dem Bau der Archäologischen Zone wiederhergestellt werden soll. Vielmehr soll eine attraktiv gestaltete Platzfläche mit Aufenthaltsqualität entstehen.


Sehr wohl lässt sich eine Realisierung sowohl des Projektes Archäologische Zone als auch des Jüdischen Museums bei Erhalt der Platzfläche erreichen. Man muss es allerdings auch wollen und nicht durch Auschließlichkeits-Postulate zu verhindern suchen.

 


gez. Dr. Martin Müser

Letzte Änderung am Samstag, 05 Mai 2012 17:48
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