Montag, 23 Dezember 2013 17:06

Avanti Dilettanti Hertie!

Eigentlich sollten sich auch die Freien Wähler darüber freuen, dass Oberbürgermeister
Jürgen Roters die Wirtschaftsdezernentin Ute Berg beauftragt hat, Verhandlungen für den
Kauf des ehemaligen Hertie-Kaufhauses in Porz aufzunehmen.
Schließlich hatten die Freien Wähler in einer Presseerklärung am 13.11.2013 bereits
gefordert, dass Frau Berg sich endlich persönlich um die Angelegenheit kümmern sollte.
Zu diesem Zeitpunkt wussten sie allerdings noch nicht, dass der Oberbürgermeister - wie
der Presse zu entnehmen war - das Projekt Hertie-Kaufhaus zur Chefsache erklärt hatte.

Bemerkenswert dabei ist, dass in einem Zusammenschluss der Hertie-Filialstädte, der mit
dem Vermarkter der Hertie-Liegenschaften verhandelt, Bürgermeister und Stadtspitzen
an Lösungen arbeiten, während die Stadt Köln dort vom "zuständigen Mitarbeiter des
Amtes für Liegenschaften, Vermessung und Kataster" vertreten ist. Dies ist jedenfalls
einer Mitteilung der Verwaltung vom 14.11.2013 zu entnehmen, in der die zuständige
Beigeordnete auch mitteilt, ein Verkauf der Immobilie an einen Investor noch in diesem
Jahr sei "...aus hiesiger Sicht eher unwahrscheinlich".

Dies alles geschieht vor dem Hintergrund, dass die Hertie-Immobilie seit 2009 leer steht
und in anderen Städten mit dem Umbau der Kaufhäuser längst begonnen wurde. In
Mettmann bei Düsseldorf z.B. eröffnete im Frühjahr die Königshof-Galerie mit Mietern wie
H&M, C&A, Medimax und Kaufland (FAZ vom 13.9.2013).

Schön, dass der Oberbürgermeister veranlasst hat, dass die Stadt Köln nun endlich auch
die Initiative ergreift und ein Kaufangebot abgegeben hat. Ob es allerdings geschickt ist,
zu bereits vorhandenen vier privaten Kaufinteressenten (Antwort der Verwaltung vom
14.11.2013 auf Anfrage der Freien Wähler vom 20.9.2013) als Konkurrent aufzutreten,
darf bezweifelt werden. Es sei denn, diese sind inzwischen abgesprungen.
Ebenso wenig hilfreich scheint es zu sein, öffentlich den Wert des Objekts von
städtischen Fachleuten auf 3 Mio. Euro zu beziffern und dann in Verkaufsverhandlungen
einzutreten. Erfahrungsgemäß ist es besser, Verhandlungsziele nicht vor
Vertragsabschluss öffentlich zu präsentieren.

Vor diesem Hintergrund erklärt Andreas Henseler: "Es wäre zu wünschen, dass die
Stadtspitze sich endlich um Porzer Belange kümmert. Fast fünf Jahre Bedenkzeit für eine
städtische Initiative sind entschieden zu lang. Ob ein Weihnachtsmärchen jetzt wahr wird,
wird sich herausstellen, wenn einer der üblichen Ankündigungen tatsächlich konkrete
Tagen folgen. Erst dann kommt auch bei uns Freude auf."

gez. Andreas Henseler

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