Dienstag, 20 März 2018 08:50

Köln/Zollstock: Freie Wähler können „Flüchtlingscontainer“ nicht verhindern

Köln/Zollstock: Auf dieser Wiese am Kalscheurer Weg soll der geplante „Container“ aufgestellt werden. Die Stadt wird dort rund 150 Flüchtlinge und Asylbewerber unterbringen (Foto FWK). Köln/Zollstock: Auf dieser Wiese am Kalscheurer Weg soll der geplante „Container“ aufgestellt werden. Die Stadt wird dort rund 150 Flüchtlinge und Asylbewerber unterbringen (Foto FWK).
CDU-Fraktionsvorsitzender reagiert mit ausfallenden Bemerkungen.
 
Bezirksvertreter Torsten Ilg (Freie Wähler) ist traurig und bestürzt über die ausfallenden Worte des Fraktionsvorsitzenden der CDU in der Bezirksvertretung von Rodenkirchen:
 
„Herr Schykowsky hat mir fehlende Distanz zu rechter „Internet-Hetze“ unterstellt. Ein wirklich ungeheuerlicher und skandalöser Vorgang. Trotz Aufforderung wollte er sich anschließend weder entschuldigen, noch seine Äußerungen zurücknehmen. Auch aus den Reihen seiner eigenen Fraktion kam keine Kritik am Vorsitzenden, was ich noch viel befremdlicher finde. Wenigstes hatten zwei CDU-Vertreter den Mut, sich bei der Abstimmung meines Antrags zu enthalten“, 
 
so das nüchterne Fazit von Torsten Ilg. Vorausgegangen war eine Debatte zu den geplanten, temporären Flüchtlingsbauten am Kalscheuer Weg. Die FREIEN WÄHLER forderten von der Verwaltung einen gegenwärtigen Verzicht auf die Umsetzung dieser Maßnahme:
 
„Jeder zweite Asylantrag wird abgelehnt. Von etwa 22.000 Plätzen in NRW Flüchtlingseinrichtungen, stehen knapp die Hälfte leer. In Köln sieht die Lage nicht anders aus. Die Stadt hat die Quote erfüllt, die Turnhallen sind geräumt. Weniger als ein Fünftel der Geflüchteten lebt derzeit noch in Sammelunterkünften. In Holweide bleiben 133 Plätze einer Einrichtung leer. Das Wohnheim in Raderberg taucht im aktuellen Flüchtlingsbericht schon gar nicht mehr auf. Jetzt macht es wirklich Sinn, bessere Alternativen mit integrativem Anspruch zu fordern.“
 
Deshalb forderte Ilg die Aufstockung und städtische Unterstützung eines alternativen Projekts, welches in der benachbarten „Indianersiedlung“ umgesetzt werden soll:
 
„Die Bewohner der Siedlung wollen sich kümmern. Das finde ich klasse. Man will dort eine altersgerechte Wohnanlage bauen. Vierzehn Häuser sollen unter tatkräftiger Mithilfe der späteren Bewohnern errichtet werden. Neben Flüchtlingen sollen auch andere, auf dem Wohnungsmarkt benachteiligte Personen mitmachen können. Dieses Projekt hat die volle Unterstützung der Stadt verdient. Stattdessen fliessen jetzt erneut Millionen in ein Konzept, welches die Menschen nur von einer Notlösung in die nächste verfrachtet. Mein Antrag hätte es der Verwaltung auch weiterhin ermöglicht, den Bau der Systembauten dann umzusetzen, wenn die Lage dies erfordert. Nur eben nicht bereits Ende 2018. Der Ratsbeschuss hätte also keinesfalls gekippt werden müssen“,
 
so Torsten Ilg in einer aktuellen Pressemitteilung. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

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